REFERENZPROJEKT · TUNNEL- UND SPEZIALTIEFBAU
Mit Kälte in die Tiefe
Wie entstehen stabile Arbeitsbereiche unter dem Grundwasserspiegel? Bei drei europäischen Tiefbauprojekten kam dafür eine mobile CO2-Kälteanlage zum Einsatz. Calciumchloridsole mit Austrittstemperaturen bis −36 °C entzog dem Erdreich gezielt Wärme. Das Grundwasser gefror im vorgesehenen Bereich. So entstanden stabile Arbeitsbereiche für die anschließenden Tiefbauarbeiten.

BRANCHE
Infrastruktur und Spezialtiefbau
ANWENDUNG
Bodenvereisung für Tunnel- und U-Bahn-Projekt
ANLAGENKONZEPT
Mobiler CO2-Booster-Kaltsolesatz
KÄLTEMITTEL
R744
AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNG
Fester Grund für tiefe Arbeiten
Vor den Bohr- und Aushubarbeiten musste der vorgesehene Arbeitsbereich im Erdreich kontrolliert gefroren werden. Dafür waren sehr niedrige Soletemperaturen und ein hoher Solevolumenstrom erforderlich. Gleichzeitig sollte die Kältetechnik auf wechselnden Baustellen einsetzbar sein. Kompakte Abmessungen und eine transportfähige Bauweise gehörten damit von Beginn an zu den Anforderungen.
Das Ziel war eine temporäre Kälteversorgung, die sich an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen lässt.
REALISIERTE LÖSUNG
Kälte, bereit für den Ortswechsel
Der Kaltsolesatz wurde als mobile Einheit in einem vollisolierten 20-Fuß-Container konzipiert. Im Maschinenraum befinden sich CO2-Booster, Schaltschrank und Verdrahtung. Gaskühler und Pumpenstation sind seitlich integriert. So bleiben Kälteerzeugung, Elektrik und Soleförderung fest verbunden. Der CO2-Booster kombiniert Normal- und Tiefkühlung.
Die Normalkühlstufe stellt 140 kW bereit, die Tiefkühlstufe 120 kW. Für die Solekühlung stehen rund 120 kW zur Verfügung. Die Pumpenstation fördert bis zu 40 m³ Sole pro Stunde. Als Kälteträger dient eine 30-prozentige Calciumchloridlösung. Sie tritt mit −32 °C ein und verlässt die Anlage mit −36 °C. Im Solekreislauf nimmt sie Wärme aus dem Erdreich auf und führt diese zur Kälteanlage zurück.
Nach jedem Einsatz kann die komplette Einheit zur nächsten Baustelle transportiert werden. Maschinen-, Elektro- und Pumpenkomponenten bleiben fest im Container integriert.
EINSATZORTE
Drei Städte. Dieselbe Anlage.
Amsterdam, Paris und Brüssel. Drei Bauvorhaben mit unterschiedlichen Aufgaben. Die kontrollierte Bodenvereisung bildete jeweils die Grundlage für die Arbeiten unter dem Grundwasserspiegel.
Amsterdam
Vom Hauptbahnhof zur U-Bahn
In Amsterdam kam die mobile Kälteanlage beim Bau einer Rolltreppenverbindung zwischen Hauptbahnhof und U-Bahn zum Einsatz. Durch die Bodenvereisung entstand ein stabiler Arbeitsbereich im grundwasserführenden Erdreich.
Paris
Kälte für eine neue Station
Der zweite Einsatz führte nach Paris. Dort stellte der Kaltsolesatz die erforderliche Sole für die Bodenvereisung beim Bau einer neuen U-Bahn-Station bereit.
Brüssel
Tiefbau bei laufendem Betrieb
In Brüssel unterstützte die Anlage eine Probebohrung für einen geplanten U-Bahn-Tunnel. Dieser soll unterhalb eines bestehenden Tunnels verlaufen. Die Probebohrung fand bei laufendem U-Bahn-Betrieb statt.
NACHHALTIGKEIT
Einmal gebaut. Mehrfach eingesetzt.
Die mobile Kälteanlage arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R744. CO2 besitzt ein geringes Treibhauspotenzial und übernimmt in diesem Projekt die Kälteerzeugung für die tiefen Soletemperaturen. Auch die Containerbauweise gehört zum Konzept. Dieselbe Anlage konnte bei mehreren Infrastrukturprojekten eingesetzt werden. Für die einzelnen Baustellen musste damit nicht jeweils eine eigene Kältezentrale gefertigt werden.
ERGEBNISSE UND KUNDENNUTZEN
Kältetechnik auf Baustellentour
An drei Einsatzorten galten unterschiedliche Bedingungen. Für jedes Projekt stellte die Anlage die erforderlichen Soletemperaturen und den benötigten Volumenstrom bereit.
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FAQ
Häufige Fragen
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um diese Anlage und ähnliche Lösungen.
